Schloss und Park Löwenstein, Kleinheubach

Inmitten alter Bäume in einem rund 16 Hektar großen englischen Park findet sich im unterfränkischen Kleinheubach Schloß Löwenstein. Heute ist es ein Weingut und Tagungshotel unter Führung des Schlossherrn Fürst Alois Konstantin zu Löwenstein, dem man hin und wieder ungezwungen im Park begegnen kann. Der Ostflügel ist noch immer Wohnsitz der Fürstenfamilie. Eigentümer des Komplexes ist die Fürst zu Löwenstein Stiftung.

Am Pfingstmontag nutzten wir die Zeit zwischen den Regenphasen für einen kurzen Besuch.

Das barocke Schloss präsentiert sich ganz französisch mit seinen vorgelagerten großzügigen Grünflächen. Auch der Park war zunächst als barocker Lustgarten nach französischem Vorbild konzipiert.
Doch mit den Eroberungszügen Napoleons schwand die Sympathie fürs Französische. So wurde der Park von 1817 – 1819 in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt.
Seit über 150 Jahren ist er öffentlich zugänglich. Ungewöhnlich für einen Park ist auch die fast einen Kilometer lange Uferfläche zum Main hin.

Die Schlossanlage gilt aufgrund ihrer Großzügigkeit mit dem dreiflügligen Ehrenhof als ein bedeutendes Schloss des Spätbarock im südlichen Deutschland. Das heutige Schlossensemble wurde durch mehrere klassizistische Bauten ergänzt, das Gewächshaus (1780), den Dienerschaftsbau (1807–1824) und die Reitschule (1812). Die Schlosskapelle malten 1870 Eduard von Steinle, Leopold Bode und Ferdinand Becker im sog. Nazarenerstil aus. Die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges sind heute nicht mehr zu erkennen.

Erworben wurden die Kleinheubacher Besitzungen im Jahre 1721 von Fürst Dominik Marquard zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort. Mit dem Gelände ging auch die Ende des 16. Jahrhunderts erbaute Georgenburg an ihn.
In den Jahren 1721 – 1732 ließ er diese durch das heute noch existierende neue Schloss ersetzen. Damit entstand nach den Plänen des bekannten Baumeisters Remy de la Fosse das einzige im französischen Stil errichtete Schloss in Unterfranken. Die Ausführung der Arbeiten übernahmen die Baumeister Johann Dientzenhofer († 1726) sowie nach dessen Tod Rinscher. Die Bildhauerarbeiten stammten von dem Würzburger Hofbildhauer Jakob van der Auwera.

Aktuellste Entwicklung im Schlosspark:

Die fürstliche Familie baut den Park gerade zu einem sog. „Weltpark“ aus. Innerhalb eines Jahres wurden bereits 100 Baumarten aus sechs Kontinenten gepflanzt.

Einen »Weltwald« gibt es in Bayern bereits: Das Landesarboretum des Wissenschaftszentrums Weihenstephan.
Auch im Kranzberger Forst bei Freising stehen rund 200 Baumarten aus Europa, Amerika und Asien.

Für Kleinheubach wurden jedoch Bäume aus allen Erdteilen gesucht und gefunden. Der Schlosspark wird so zur vielleicht einzigen echten Weltgesellschaft an Bäumen. Denn die meisten europäischen Baumsammlungen sparen die »schwierigen« Kontinente Afrika und Australien aus – die baumlose Antarktis sowieso. Aber selbst dort wurde man fündig. Nicht direkt in der Antarktis, aber aus dem nah an den Südpol reichenden Chile stammt die Nothofagus antarctica, eine Scheinbuche.
Die Neupflanzungen sollen Baumfreunde in Staunen versetzen. Alle Bäume blühen zeitversetzt, so dass während des gesamten Jahres Blütenpracht zu bewundern ist.
Schon allein die kuriosen Namen der Exoten machen neugierig: Westlicher Erdbeerbaum, Affenschwanzbaum, Blauglockenbaum, amerikanische Zaubernuss und Bienenbaum. Dazu noch Hickory, China-Zypresse, Guttapercha, Pekannuss. Die über 100 Bäumen werden noch durch Hunderte von Sträuchern ergänzt, ebenfalls aus allen Erdteilen. Auch sie wurden so ausgewählt, dass sie den Waldsaum entlang der großen Schlosswiese ganzjährig mit möglichst spektakulärer Blütenpracht einrahmen.

Lage:
Deutschland / Bayern / Unterfranken / Kleinheubach

Quellen und weitere Details zum Reiseziel:
https://www.kleinheubach.de/kultur/schloss/index.html
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schloss_L%C3%B6wenstein
https://www.frankens-paradiese.de/poi/schlosspark_schloss_loewenstei-9061
http://www.main-echo.de





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